Wasserstoffperoxid (H₂O₂)
Eine 3‑%ige Lösung von Wasserstoffperoxid in Wasser ist gut geeignet, um die Schläuche und Pumpen der Geräte zur Erzeugung von H₂-Badewasser zu desinfizieren, bzw. von dem ggf. sich bildenden "Biofilm" zu reinigen. Wenn gebrauchtes, warmes Badewasser umgepumpt wird, bildet sich ein schmieriger Belag, wenn die Gerätschaften längere Zeit feucht oder noch mit Wasserresten gelagert werden. Deshalb kann es ratsam sein, die Geräte vor einer längeren Lagerung ohne weiteren Betrieb mit einer 3-prozentigen Lösung von Wasserstoffperoxid (H₂O₂) durchzuspülen. Der "Biofilm" ist beim Baden nicht gesundheitsschädlicher als das Baden in einem Natursee, aber wenn Biofilm-Flocken in der Wanne schwimmen, ist das unschön, auch wenn man die mit einem Teesieb wieder herausfischen kann. Aber im Zweifel: „Bei offenen Wunden fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.“
H₂O₂ tötet Viren, Bakterien und Pilze ab und neutralisiert Gerüche durch die Sauerstoff-Ionen, die beim Zerfall zu Wasser entstehen, und oxidiert organische Verbindungen. Bei der Reaktion mit den organischen Belägen entstehen deshalb auch Gase, weshalb das Umpumpen nicht in einem geschlossenen System erfolgen sollte, sondern durch Umpumpen aus einem offenen Gefäß. H₂O₂ zerfällt für sich genommen rückstandsfrei wieder zu Wasser und Sauerstoffgas, weshalb es auch zur Desinfektion der Trinkwasserleitungen in der Wasserversorgung Verwendung findet.
H₂O₂ darf nicht in Glasflaschen gelagert werden, da es mit Glas reagiert und Glasflaschen dadurch unter hohen Druck setzen kann! Am besten einfach in den Original-PET‑Gebinden dunkel und kühl lagern.
Zerfall von Wasserstoffperoxid: 2 H₂O₂ → 2 H₂O + O₂
Damit H₂O₂ nicht schon bei der Lagerung zerfällt, wird es mit Phosphorsäure (auch ein Inhaltsstoff von Coca-Cola) zu einer leichten Säure "gepuffert". So kann es auch auf offenen Wunden zur Desinfektion oder zum Gurgeln verwendet werden. In sehr geringen Mengen ist es auch im Trinkwasser und in unserem Körper vorhanden. Trinken sollte man es aber nicht. Es eignet sich auch gut, um Rotwein- oder Blutflecken aus der Kleidung zu bekommen, aber es hat eine bleichende Wirkung, die beim Gurgeln an den Zähnen erwünscht ist, aber nicht an farbigen Stoffen. In Küche und Bad hilft es gegen Schimmel und Gerüche (z. B. im Kühlschrank) und greift Holz nicht an.
Eine 3‑%ige Lösung von Wasserstoffperoxid wird auch zur Reinigung von weichen Kontaktlinsen als "Lösung 1" verwendet, und wer sich die Kontaktlinsen dann aus dieser Lösung direkt in die Augen setzt, ohne das Wasserstoffperoxid zuvor mit der "Lösung 2" zu neutralisieren, weiß, dass das höllisch in den Augen brennt! Verkauft wird H₂O₂ auch im Laborbedarf als 30‑%ige und 50‑%ige Lösung und beim Umgang mit derartigen hohen Konzentrationen sind unbedingt Schutzkleidung und höchste Vorsicht geboten. (Ich habe mit meiner "Lösung 1" für die Kontaktlinsen so immer selbst hergestellt – für 0,17 € statt 24 € pro Liter aus der Drogerie. ![]()
Bestimmen der erzeugten H₂‑Gasmenge über die Stromstärke
Die Stromstärke in Ampere (A) gibt an, wie viele Elektronen je Zeiteinheit durch einen elektrischen Leiter fließen. Fließt der Strom durch eine PEM‑Zelle, bildet sich aus je zwei durch die Spannungsquelle transportierten Elektronen genau ein Wasserstoffmolekül am negativen Pol der PEM‑Zelle. Die Messung der Stromstärke an der PEM-Zelle sollte also identisch mit einer sehr genauen Messung der H₂‑Gasmenge sein, die ein Inhalator aktuell erzeugt!
Als Faustregel gilt, dass jedes Ampere, das an einer PEM‑Membran fließt, ca. 6,5 bis 7 ml/min an H2-Gas freisetzt. Bei einem Zellenstapel, wie er oft verbaut wird, ist es dann ein Vielfaches dieses Wertes, wenn auch ein entsprechendes Vielfaches der Spannung an den Zellenstapel angelegt wird.
Allerdings muss zur Messung der Stromstärke das Gerät geöffnet werden, wodurch die Garantie verfällt. Mithilfe einer Strom-Messzange für Gleichstrom (!) ist die Messung aber zumindest ohne Eingriff in die Elektrik möglich. Es genügt dazu, ein Stromkabel mit einer Strom-Messzange, wie hier im Bild, zu umgreifen.
Eine echte Gasmengenmessung am geschlossenen Gerät ist hier beschrieben.
Um diese Aussage zu überprüfen, habe ich einen 300-ml-Inhalator der Firma AUKEWEL aus China geöffnet, die PEM-Zelle von der Steuerung abgeklemmt und direkt mit einem Labornetzteil betrieben, welches in der Lage ist, die erforderlichen, sehr hohen Stromstärken direkt an die PEM-Zelle zu liefern.
Für jede am Labornetzteil eingestellte Stromstärke habe ich dann (so wie hier beschrieben) die Zeit in Minuten gestoppt, die es braucht, um einen Liter Wasser aus einer im Wasser eingetauchten Getränkeflasche durch H₂‑Gas zu verdrängen. Daraus habe ich berechnet, welche H₂‑Gasmenge der Inhalator in Abhängigkeit von der Stromstärke in A liefert. Die Messergebnisse sind in der folgenden Tabelle aufgelistet und als Diagramm aufgetragen:

Mein billiges Labornetzteil erlaubt nur die Einstellung und Ablesung von Volt und Ampere auf eine Nachkommastelle genau, aber der lineare Zusammenhang von Ampere und Liefermenge in ml/min ist sehr deutlich erkennbar. Als Mittelwert aus den 7 Messwerten ergibt sich, dass bei diesem Inhalator jedes Ampere an Stromstärke ca. 15,8 ml/min an H2-Gas je Minute erzeugt.
Zur Überprüfung der Messung habe ich im Vergleich dazu auch noch einen weiteren 300‑ml-Inhalator mit einer schlechten (defekten) PEM-Zelle in gleicher Weise vermessen. Statt der 300 ml/min im Neuzustand erreichte der Inhalator kaum noch 100 ml/min.

Bei diesem Inhalator liegt der ermittelte Kennwert bei 15,2 ml/min je A und stimmt damit im Rahmen meiner ungenauen Messung immer noch ganz gut mit der effektiven PEM-Zelle überein.
Dieser so ermittelte Kennwert von ca. 15,5 ml/min je A sollte für diesen Inhalator also unabhängig vom Erhaltungszustand der PEM-Zelle gelten. Es besteht ein direkter Zusammenhang zwischen dem Strom in Ampere und dem H₂‑Gasstrom in ml/min für den verbauten Membran-Typ in der Zelle. Je nach Erhaltungszustand der PEM-Zelle variiert aber die elektrische Spannung, die erforderlich ist, um die gleiche Stromstärke durch die PEM-Zelle zu erreichen. Weniger effektive oder "abgenutzte" PEM-Zellen verbrauchen also mehr Watt, um damit die gleiche Menge an H₂‑Gas zu erzeugen.
Durch die PEM-Zelle von einem Inhalator, der 300 ml/min an H₂‑Gas erzeugt, fließen also ca. 20 A bei 15 Volt und alleine für die Aufspaltung des Wassers werden schon ca. 300 W benötigt. Durch Verluste bei der Stromwandlung, den Stromverbrauch der Elektronik, und die Erhitzung der PEM-Zelle ist der Stromverbrauch des Inhalators insgesamt noch deutlich höher.
Und hier eine Bauanleitung, wie ein Ampere-Messgerät in einen Inhalator integriert werden kann …
Das "Bade-Monster" mit großer Umwälzpumpe und elektronischer Druckregelung
Folgende Erweiterungen habe ich an dem Grundgerät, das unter „Eigenbau“ beschrieben ist, noch zu Testzwecken gemacht:
- einen Bierzapfhahn, den elektrischen Druckgeber und ein kleineres 6‑bar-Manometer an die Druckseite der Pumpe angeschlossen
- eine Schalldämmhaube über die Pumpe gebastelt (aus altem Gehäuse für externe Festplatten am PC)
- ein hohes Griffbrett zum Schieben mit Schlauchhalterung an das Rollbrett geschraubt (war mal ein gebrochener DOKA-Schalungsträger. Den habe ich aus dem Brennholz.)
- und schließlich die neue Steuerung der Pumpe mit Frequenzumsetzer an das Griffbrett geschraubt und provisorisch verkabelt
(eigentlich sollte die Steuerung auf die Haube kommen, nach Anleitung soll die aber zur besseren Kühlung senkrecht montiert werden)
Alles wie immer "quick and dirty" aus dem "Kruscht" zusammen-geschustert, der eben so herumlag. (Ein Tüftler in den USA in diesem ![]()
YouTube-Video macht mir da in puncto Ästhetik noch Konkurrenz
)
Einen Designer-Preis ist damit nicht zu gewinnen, aber alles ist funktional, und durch die teure Druckregelung ist es so eine gute Basis für weitere Wasser-Spielereien zur Optimierung, oder für andere Versuche, für die mein geringer Wasserdruck am Hausanschluss nicht ausreicht.
Und so sieht das "Bade-Monster" jetzt aus:




Dabei bedeuten die roten Zahlen in den Bildern:
- Inhalator zur H2-Gas-Erzeugung (ein großer mit 2 × 300 ml/min H2 und 300 ml/min O2), ist nur aufs Brett gestellt, ein kleinerer sollte auch reichen.
- Umwälzpumpe 600 W (deutlich überdimensioniert, daher Pumpensteuerung erforderlich)
- Pumpensteuerung (Sanftanlauf, regelt auf beliebig voreinstellbaren Druck mittels Frequenzumrichter)
- Transparenter Saugschlauch mit Filtersieb am Eintritt, weißer Schlauch zur H2-Einspeisung
- Druckschlauch mit drei (undichten) Magic7‑Duschköpfen zum Verdüsen unter Wasser
- Lärmschutzhaube (mal sehen, ob die schon etwas bringt ...)
- "Schiebe-Brett" (daran sind die Lärmschutzhaube und die Pumpensteuerung montiert)
- Handgriff aus einem Reststück 3/4‑Zoll-Rohrleitung (dient zugleich als Schlauchhalterung beim Transport)
- Zapfhahn (nur zu Testzwecken: Entnahme von Wasserproben, ich könnte aber auch ein ganzes Bierzelt mit 1000 Liter H2-Wasser je Stunde versorgen ;-)
- Manometer bis 6 bar (nur zu Testzwecken: Kontrolle der elektronischen Drucksteuerung)
- Thermostat für die Badewannenheizung (ein 150‑W-Heizdraht für Fußbodenheizungen ist innen um die Wanne gewickelt und eingeschäumt)
- Ablass-Schraube aus Kunststoff (zum vollständigen Entleeren der Pumpe)
- Drei Möbelrollen unter dem Rollbrett (die Originalrollen hatte ich schon für etwas anderes gebraucht, und die 4. Möbelrolle dieser Sorte habe ich nicht mehr gefunden
)

Und die neue Regelung funktioniert super! (Hier ein Video davon.) Jetzt kann ich dieses "Bade-Monster" auch zum Testen anderer H2-Geräte bei unterschiedlichen Drücken nutzen.

Hier noch ein kurzes Video mit Badeschaum.
Das "Bade-Monster" hat inzwischen einige weitere Metamorphosen erfahren

Hier z.B. mit einem zusätzlichen Kohlefilter, einem dickeren Saugschlauch, einem 20 m langen Druckschlauch (∅ 11 mm) als Kompensator und Ausstömer, sowie einem kleineren Inhalator mit 300 ml/min … So habe ich schon 1,7 ppm im Badewasser erreicht (ist natürlich in der Form nicht praxistauglich)
Das habe ich mit dem Bade-Monster bisher getestet:
Einmixen von H2-Gas in Druckwasser
Meine Idee war, eine starke Umwälzpumpe für das Badewasser zu nutzen und das H₂‑Gas mit in die Ansaugleitung einzuleiten, damit es gleich mit dem schnell laufenden Schaufelrad der Impeller-Kreiselpumpe in das Wasser reingemixt wird, und sich so schon H₂‑Gas in der Druck-Zuleitung zu der oben gezeigten Haube bei 4–5 bar Wasserdruck im Wasser löst. Das nicht gelöste Gas tritt dann mit dem Wasser aus dem Duschkopf aus und sammelt sich wie zuvor unter der Haube an.
Mein Experiment mit dem Einspritzen von Druckwasser in einen Smoothy-Mixer brachte mich auf diese Idee!
Als "Druck-Mixer" verwende ich eine Peripher-Impeller-Pumpe PKm 70 von Pedrollo mit 600 Watt Leistung (diese bringt 5,5 bar bei 11 l/min, und maximal 65 l/min bei 2900 Umdrehungen/Minute). Allerdings wiegt das Teil 10 kg … aber eine Badewanne voll Wasser in kurzer Zeit mit H2-Gas zu sättigen, ist ja auch nicht so "leicht". ![]()
Diese Pumpe habe ich auf ein Rollbrett vom Baumarkt montiert, auf dem auch gleich noch der Inhalator Platz hat. So "hüpft" mir die Pumpe durch das Drehmoment beim Einschalten nicht davon, und ich kann sie zusammen mit dem großen Inhalator leicht neben die Badewanne schieben.


Zunächst ist die Enttäuschung groß, weil die Pumpe in Kombination mit der Haube auch keine signifikante Verbesserung bringt, aber dann erkenne ich auch meinen Denkfehler: Durch das Versprühen des durch das Mixen unter Druck übersättigten H₂‑Wassers wird der bereits gelöste Wasserstoff ja gleich wieder aus dem Wasser ausgetrieben!
Dann der Erfolg: Aus dem unter Wasser getauchten Duschkopf treten nur wenige große Bläschen wie bei dem Sprudelstab, und viele sehr feine Bläschen wie bei den Booster-Flaschen aus. Zusätzlich entsteht aber auch noch etwas feiner Nebel, bestehend aus Mikrobläschen. Das Wasser wird also milchig, gerade so wie wenn man übersättigtes Wasser bei niedrigerem Druck schüttelt und das im Wasser bereits übersättigt gelöste H₂‑Gas wieder ausfällt. Der Druck von jetzt 6 bar mit einem Duschkopf, und 10 bar (!!) mit dem Vita-Titan-Wirbler ist dabei allerdings viel zu hoch.)


"Milchiges" Wasser aus der Badewanne (Mikrobläschen im Wasser)
Mit dieser Methode steigt der H₂‑Gehalt in den ca. 300 Litern 40 °C warmen Badewassers alle 5 Minuten um 0,16 ppm und nach 20 Minuten wird der Höchstwert von 0,9 ppm erreicht, denn weitere 15 Minuten Pumpen bewirken keinerlei Steigerung mehr. Wegen der großen Wasseroberfläche und der hohen Temperatur bringt offenbar auch das Einstrudeln von übersättigtem H₂‑Wasser keinen weiteren Gewinn. Der so erreichte Wert von 1 ppm entspricht aber genau dem "hohen Wert" (Zitat) an gelöstem H₂‑Gas in der eingangs erwähnten Studie bei Schuppenflechte. Wobei auch meine blauen Messtropfen schon 3 Jahre alt sind und inzwischen ggf. einen zu niedrigen Wert anzeigen (warum, siehe hier unter "Messgenauigkeit").
Zunächst hatte ich auch als Ansaugschlauch nur einen weiteren dünnen Duschschlauch verwendet. Das bremste den erreichten Druck auf nur 3 bar, wobei nach der Kennlinie der Pumpe jedoch 6 bar erreicht werden sollten. Daraufhin habe ich den Saugschlauch durch einen klaren 19‑mm-PVC‑Schlauch ersetzt. Jetzt konnte ich sogar gleich zwei Magic7‑Duschen an der Umwälzpumpe mit 6 bar betreiben!


Links: Pumpe mit 19‑mm-Saugschlauch und 1/2″-Duschschlauch auf der Druckseite, druckseitiges Manometer und Ablasshahn zur Entnahme von H2-Wasser direkt nach dem Einmixen.
Rechts: Ansaugkopf mit Edelstahlsieb (umgebautes Rückschlagventil: Klappe ausgebaut und dafür ein Anschluss für die H2-Gas-Einleitung vom Inhalator seitlich eingeschraubt)


Links: Druckseite mit zwei "Magic7"-Duschen unter Wasser. Rechts: Saugseite mit H₂‑Gas-Zuführung unter Wasser
Jetzt wird das Badewasser milchig-trüb voller H2-Bläschen und in 15 Minuten ist das Badewasser mit den zwei Duschköpfen einmal umgewälzt.
Um auf den für den Duschkopf angeblich optimalen Druck von 4–5 bar zu kommen, habe ich zuerst noch einen zusätzlichen Wirbler angeschlossen, der noch einmal 4,5 l/min an Wasser abnimmt, und schließlich habe ich als dritten Ausströmer den Duschkopf aus der Haube (s.o.) statt den Wirbler angeschlossen.
Jetzt, bei einem Durchfluss von gut 30 l/min, sinkt der Druck auf die geplanten 4–5 bar, und auch die Pumpe arbeitet jetzt deutlich leiser und verbraucht weniger Strom.


Links: mit zusätzlichem Wirbel-Ausströmer in der Mitte. Rechts: drei "Magic7"-Duschen


In der Version mit 3 Duschköpfen wird das Badewasser alle 10 Minuten einmal umgewälzt, und in 14 °C kaltem Wasser wird der 1 ppm H2‑Gehalt schon nach 20 Minuten Pumpen erreicht. Nach weiteren 10 Minuten liegt der H₂‑Gehalt dann bei 1,1 ppm.
(Messreihe: 5 min, 0,1 ppm / 10 min, 0,4 ppm / 15 min, 0,6 ppm / 20 min, 0,9 ppm / 25 min, 0,8 ppm / 30 min, 0,9 ppm)
Badewasser beim Einlassen mit kleinem Inhalator mit H₂‑Gas anreichern
Meine Versuche mit diesem Wasserwirbler, der H2-Gas anstatt Luft ansaugt und in das Wasser einwirbelt, brachten mich darauf, dass nach dem "Willand-Prinzip" es auch recht leicht möglich sein müsste, eine ganze Badewanne voll Wasser mit H2-Gas anzureichern. Dieses Mal habe ich an den Wirbler gleich einen Schlauch angeschlossen, der dann im Badewasser enden soll:


Diese Wirbeldüse habe ich dann mittig in einen Blumenübertopf mit 25 cm Durchmesser eingebaut, der dann als schwimmende Haube das in das Wasser eingewirbelte und unter Wasser austretende H₂‑Gas immer wieder einfängt (weil es nach oben steigt) und oben erneut dem Wirbler zuführt. So genügen geringe H2-Gas-Mengen, weil das nicht im Wasser gelöste Gas immer wieder "recycelt" wird.


Vor dem Aufdrehen des Wasserhahns wird die auf dem Badewasser schwimmende Haube von einem Inhalator von oben vollständig mit H2-Gas gefüllt und auch während dem Einlassen des Badewassers läuft der Inhalator weiter, um gelöstes H2-Gas ständig im Überschuss zu ersetzen. Damit die Haube auch sicher schwimmt, habe ich einen aufgeblasenen 12‑Zoll-Schlauch von einem Kinderfahrrad stramm bis zum Haubenrand gezogen.
Wie erwartet war das durch diese Apparatur eingelaufene Badewasser dann auch wirklich auf 0,2 bis 0,3 ppm H₂‑Gehalt aufgeladen!
Noch kein sehr hoher Wert, aber schon mal ein guter Anfang. Nur fließen durch diesen VitaTitan-Wirbler leider lediglich ca. 2,5 Liter Wasser pro Minute und so dauert das Füllen einer ganzen Badewanne mir zu lang.
Daher machte ich den nächsten Versuch mit einem Duschkopf mit 7 Wirbeldüsen desselben Herstellers ("Magic7" genannt), der einen Durchfluss von ca. 11 l/min hat. Ich verwende dazu eine defekte Brause mit Rissen, bei der auch Wasser aus dem Gehäuse spritzt, was unter der Haube aber nicht stört.
Die Wirbel-Kammern dieser Magic7-Dusche arbeiten nur mit einer reinen Zerstäubung des Wassers, also, ohne dass zusätzlich Luft (oder eben H2-Gas) in die Wirbel-Kammer gesaugt, und dort mit "eingewirbelt" wird:


Links: Duschkopf wie geliefert Mitte: Platte mit den 7 Wirbelkammern abgeschraubt
Rechts: einzelne Wirbelkammer mit einer der zwei gegenüberliegenden Schrägbohrungen für den Wassereintritt
Einen solchen Duschkopf wie auf dem obigen Bild (nur in schwarz) habe ich dann oben in einen weiteren Blumenübertopf eingebaut, der so wie zuvor auf dem durch die Wirbel-Dusche einlaufenden Wasser schwimmt. Unter der Haube ist wieder eine reine H2-Gas-Atmosphäre, die von dem Inhalator über den weißen Schlauch (im Bild unten) ständig nachgefüllt wird, um die aus dem Wasser gewirbelten Gase kontinuierlich zu verdrängen. (So einen Schlauch kann man aber auch ganz einfach mit Kafertape innen an die Haube kleben, sodass er ganz oben am Boden der Haube endet. Das ist billiger.)


Links: Blick in die Haube (bestehend aus einem 25‑cm-Blumen-Übertopf und einem 12" Fahrradschlauch) mit einem schwarzen Duschkopf. (der Duschkopf war gebrochen und spritzt seit dem auch Wasser seitlich aus dem Gehäuse, was in dieser Anwendung aber nicht stört)
Mitte: Einfüllen von H2-Gas mit dem Inhalator vor dem Einlassen des Badewassers.
Rechts: Haube im Schaumbad während des Einlassens des Badewassers.
Ergebnisse mit der H2-Haube für Badewasser
Ein guter Anfang, der zeigt, dass das "Willand-Prinzip" auch hier wieder funktioniert, aber leider etwas schlechter als erwartet.
Es dauert mit der Duschkopf-Lösung immer noch ca. 30 Minuten, bis die 300-Liter-Badewanne zum Baden gefüllt ist. Bei kaltem Wasser mit 18 °C war das Ergebnis mit 0,5 ppm H2-Gehalt schon recht gut. Aber bei warmem Wasser mit 40 °C und Badeschaum war das Ergebnis nur noch ca. 0,2 ppm.
Gemessen an den primitiven Mitteln (Schlauch, Blumentopf, Fahrradschlauch und Brausekopf) aber doch ein akzeptables Ergebnis, finde ich.
Während meines 30‑Minuten-Bades habe ich dann zusätzlich noch einen mit H₂‑Gas betriebenen "Sprudler" auf den Boden der Wanne gelegt, was aber trotz (oder gerade wegen) des hohen H₂‑Gas-Durchflusses von 600 ml/min keinerlei Verbesserung ergab. Die Blasen aus dem Sprudler sind einfach viel zu groß, um einen effektiven Eintrag von H₂‑Gas zu bewirken.
Bild: verwendeter Sprudelstab von Aquavolta (alternativer Eigenbau, siehe hier)
Das Bad in dem sehr warmen H2-Wasser war sehr angenehm, und meine Haut fühlte sich unmittelbar danach auch irgendwie frischer an.
Meine Frau konnte nach einem kürzeren Bad am Abend lange nicht einschlafen, was für eine "anregende Wirkung" spricht (in dem Fall direkt vor dem Schlafen eher unerwünscht).
Der auf diese simple Weise erreichte H2-Gehalt im Wasser könnte bei längerem Baden auch schon eine gewisse kosmetische Wirkung entfalten, denn diese ![]()
Studie über die Wirkung von Baden in H2-Wasser gegen Fältchen und Hautflecken verwendete 41 °C warmes Wasser mit 0,3 bis 0,7 ppm bei einer Badedauer von nur 10 Minuten.
Versuch einer Optimierung durch Einleiten von H2-Gas in die Wasserleitung (Irrweg)
Meine Idee war, das H2-Gas aus dem Inhalator schon direkt am Wasserhahn in die Zuleitung zu dieser H2-Haube einzuleiten. Mein Inhalator schaltet sich erst bei ca. 2 bar Überdruck mit einer Warnmeldung ab, und ich hatte gemessen, dass der Wasserdruck bei geöffnetem Hahn am Duschkopf sogar noch bis auf 1,2 bar abfällt. Es sollte also möglich sein, das Gas schon in die Wasserzuführung einsprudeln zu lassen. Dazu habe ich mir dieses Teil zur Einspeisung von H₂‑Gas gebastelt:


Links: Gesinterter Schalldämpfer für Pressluft als "Sprudler" der über ein Rückschlagventil an den Inhalator angeschlossen wird (damit nur Gas ins Wasser und kein Wasser in den Inhalator fließen kann) Rechts: So ragt dann dieser "Sprudler" in die 1/2"-Zuleitung für die H2-Haube.


Links: die fertige Gaseinspeisung Rechts: zu Testzwecken noch mit eingefügtem Manometer am Wasserhahn angeschlossen
Mit der Einspeisung von 600 ml/min H2-Gas stieg dann doch der Druck über 2 bar und der Inhalator streikte, aber mit einer Einspeisung von 300 ml/min blieb der Druck in der Zuleitung zur H2-Haube bei 1,5 bar und das Gas strömte wie geplant mit dem Wasser durch den Duschkopf unter die Haube, um dort die H2-Gas-Atmosphäre aufzubauen und aufrechtzuerhalten. Also alles funktioniert wie gedacht, aber der H₂‑Gehalt im Wasser wurde dadurch nicht höher. Nur dass so kein zweiter Schlauch zur Haube geführt werden muss, ist etwas eleganter … also war es viel Aufwand für nichts.
Optimierung mittels einer zusätzlichen Druckpumpe
Meine Druckmessungen hatten ja ergeben, dass der Duschkopf beim Einlaufen des Wassers in die Wanne nur mit 1,2 bar betrieben wird, weil mein Hauswasserdruck niedrig ist und die Zuleitungen für das warme Wasser zusätzlich verkalkt sind. Der Hersteller der Magic7-Dusche gibt aber einen idealen Arbeitsdruck von 4,5 bar Wasserdruck an. Vorteilhaft ist aber, dass sich das Badewasser in meiner Wanne nicht abkühlt, weil ich mir eine "Badewanne mit integrierter Fußbodenheizung" gebastelt habe. So kühlt das Wasser auch während des 30-minütigen Einlassens des Badewassers nicht unter die 40 °C ab. (Als Prüfingenieur liebe ich konstante Testbedingungen.)
Leider bringt die zusätzliche Druckpumpe aber so gut wie gar nichts. Denn auch bei einem Druck von 4 bar am Wasserhahn werden dieselben H2-Werte erreicht: 0,5 ppm bei Kaltwasser und 0,2 bis 0,3 ppm H2-Gas bei 40 °C warmem Wasser. Schade, ich dachte, es könnte doch eine kleine Verbesserung bewirken.
